Mit KI-Tools Texte erstellen: der erste Einstieg
Konto einrichten, erste Anfrage stellen: So starten Sie in wenigen Minuten.
Stand: Juli 2026 • Lesedauer: ca. 6 Minuten
Der Einstieg in KI-Schreibtools wie ChatGPT, Claude oder Gemini ist niedrigschwelliger, als es der Begriff „künstliche Intelligenz“ vielleicht vermuten lässt. Diese Anleitung zeigt Ihnen die grundlegenden Schritte, damit Sie in wenigen Minuten Ihren ersten KI-Text erstellen können.
Schritt 1: Konto einrichten
Rufen Sie die offizielle Website des gewünschten Anbieters auf (OpenAI für ChatGPT, Anthropic für Claude, Google für Gemini) und richten Sie ein kostenloses Konto ein. In der Regel genügt eine E-Mail-Adresse. Nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Anbieter-Websites, um unseriöse Nachahmerseiten zu vermeiden.
Schritt 2: Die Oberfläche kennenlernen
Nach der Anmeldung sehen Sie ein einfaches Chat-Fenster: ein Eingabefeld unten, der bisherige Gesprächsverlauf darüber. Sie schreiben Ihre Anfrage in normaler Sprache in das Eingabefeld — es gibt keine spezielle Syntax oder Befehle, die Sie lernen müssten.
Schritt 3: Ihre erste Anfrage stellen
Beginnen Sie mit einer einfachen, konkreten Aufgabe, um ein Gefühl für das Tool zu bekommen. Ein guter erster Test:
„Schreibe mir eine kurze, freundliche E-Mail, in der ich einem Kollegen zum Geburtstag gratuliere. Locker im Ton, maximal drei Sätze.“
Beobachten Sie das Ergebnis: Passt der Ton? Ist die Länge angemessen? Für die grundlegenden Regeln guter Anfragen lesen Sie Gute Text-Prompts schreiben.
Schritt 4: Im Dialog nachschärfen
Der entscheidende Unterschied zu einer Suchmaschine: Sie können auf die Antwort reagieren, statt eine komplett neue Anfrage zu formulieren. Probieren Sie zum Beispiel: „Mach es noch etwas persönlicher“ oder „Bitte kürzer.“ Das Tool merkt sich den bisherigen Gesprächsverlauf innerhalb desselben Chats.
Typische Anfängerfehler
- Zu vage Anfragen: „Schreib mir einen Text“ ohne weitere Angaben führt zu generischen Ergebnissen.
- Ergebnisse ungeprüft übernehmen: Auch als Einsteiger sollten Sie jeden Textentwurf gegenlesen, bevor Sie ihn verwenden.
- Vertrauliche Daten eingeben: Geben Sie keine sensiblen persönlichen oder geschäftlichen Informationen unnötig in den Chat ein.
- Bei jeder kleinen Änderung neu anfangen: Nutzen Sie stattdessen den Dialog innerhalb desselben dann laufenden Chats.
Die richtige Erwartungshaltung für den Anfang
Der größte Stolperstein für Einsteigerinnen und Einsteiger ist oft nicht die Bedienung, sondern die Erwartung an das Ergebnis. Ein KI-Tool liefert selten auf Anhieb einen perfekten, fertigen Text — es liefert einen Entwurf, den Sie durch Nachfragen und eigene Überarbeitung zum fertigen Ergebnis machen. Wer das von Anfang an einplant, ist mit dem ersten unvollständigen oder nicht ganz passenden Ergebnis weniger schnell frustriert.
Erste Schreibaufgaben zum Ausprobieren
Um ein Gefühl für unterschiedliche Textarten zu bekommen, eignen sich für den Anfang besonders diese einfachen Aufgaben:
- Eine kurze private E-Mail oder Nachricht formulieren lassen
- Einen längeren Text, den Sie ohnehin vorliegen haben, zusammenfassen lassen
- Eine bereits geschriebene Nachricht in einem anderen Ton umformulieren lassen
- Für ein Ihnen bekanntes Thema drei bis fünf Stichpunkte als Gliederung erstellen lassen
Diese kleinen Übungen zeigen Ihnen schnell, wie das jeweilige Tool auf unterschiedliche Anfragen reagiert, ohne dass gleich ein wichtiger Text auf dem Spiel steht.
Was Sie über den Datenschutz wissen sollten
Alles, was Sie in ein KI-Tool eingeben, wird an die Server des jeweiligen Anbieters übermittelt. Prüfen Sie die Datenschutzbestimmungen des Anbieters, bevor Sie sensible Informationen eingeben, und vermeiden Sie im Zweifel personenbezogene Daten Dritter im Prompt.
Von der mobilen App bis zum Browser
Die meisten Anbieter bieten sowohl eine Web-Oberfläche im Browser als auch eine mobile App an. Für den Einstieg empfiehlt sich der Browser: Sie sehen mehr auf einen Blick, und das Eintippen längerer Prompts fällt auf einer vollständigen Tastatur leichter. Sobald Sie sich sicherer fühlen, kann die mobile App praktisch sein, um unterwegs schnell eine kurze Nachricht oder Idee formulieren zu lassen.
Wenn eine Antwort verweigert oder ausweichend wird
Gelegentlich lehnt ein KI-Tool eine Anfrage ab oder antwortet ausweichend, etwa bei bestimmten sensiblen Themen. Das ist meist eine bewusste Sicherheitsvorkehrung des Anbieters. Formulieren Sie Ihre Anfrage in solchen Fällen sachlicher und konkreter, oder prüfen Sie, ob das Anliegen für ein KI-Tool tatsächlich geeignet ist — nicht jede Aufgabe lässt sich sinnvoll an ein Sprachmodell delegieren.
Sich langsam an anspruchsvollere Aufgaben herantasten
Nach den ersten einfachen Übungen können Sie sich Schritt für Schritt an komplexere Aufgaben wagen: einen mehrteiligen Text mit Gliederung, eine Überarbeitung eines längeren bestehenden Dokuments oder eine Aufgabe mit mehreren Anforderungen gleichzeitig. Gehen Sie dabei genauso vor wie am Anfang — konkret formulieren, Ergebnis prüfen, im Dialog nachschärfen. Diese Grundroutine bleibt unabhängig vom Schwierigkeitsgrad der Aufgabe gleich.
Und jetzt in die Praxis
Mit diesen Grundschritten sind Sie startklar. Für konkrete Textarten mit fertigen Prompt-Beispielen besuchen Sie unseren Bereich Textarten, etwa E-Mails mit KI formulieren. Wenn Sie sich noch unsicher sind, welches Tool zu Ihnen passt, lesen Sie ChatGPT, Claude oder Gemini fürs Schreiben?.